Um den Bodenbelag effizient zu reinigen und keine Schäden zu verursachen, ist es zunächst wichtig zu wissen, welche Materialien es gibt und wie robust sie sind. PVC (Polyvinylchlorid) ist ein synthetischer Bodenbelag, der hoch belastbar, wasser- und alkalibeständig ist. Linoleum dagegen ist ein Naturprodukt, bestehend aus Leinöl, Korkmehl, Holzmehl und einer Jute-Trägerschicht, das nur bedingt alkalibeständig ist. Somit sind dafür nur Reinigungsmittel mit einem pH-Wert von max. 9,5 in der Anwendungskonzentration geeignet. Elastomerbeläge bestehen aus Kunst- oder Naturkautschuk (Gummi), sind empfindlich gegenüber der Langzeiteinwirkung stark alkalischer Reiniger und ein pH-Wert von 10 darf nicht überschritten werden.
Generell sind Reinigungsmethode und -mittel auch in der Reinigungs- und Pflegeanleitung angegeben. Ist diese nicht vorhanden, kann eine metallische Büroklammer bei der Materialbestimmung helfen. Dazu wird die aufgebogene Spitze der Klammer für etwa fünf Sekunden mit einem Feuerzeug erhitzt. Danach drückt man sie etwa drei Sekunden lang an einer unauffälligen Stelle, beispielsweise unter der Rosette eines Heizkörpers, in den Bodenbelag. Bei PVC/Vinyl reicht das Loch bis zum Belaggrund. Beim Herausziehen bildet sich ein dünner Faden, an der Lochstelle entsteht ein Wulst und ein stechender Geruch nach verschmortem Kunststoff tritt auf. Bei Linoleum hingegen bleibt die Einstichstelle glatt. Es kommt zu einer Verkohlung in Verbindung mit einem holzigen Linoleumgeruch. Handelt es sich um Elastomer, dringt die Spitze kaum ein. Es bildet sich kein Wulst und es riecht nach verbranntem Gummi. Nach erfolgreicher Materialbestimmung können die geeigneten Verfahren für die Reinigung ausgewählt werden.
Eine regelmäßige Unterhaltsreinigung der Böden sorgt nicht nur für eine ansprechende Optik und höhere Lebensdauer, auch die nächste Grundreinigung lässt sich dadurch hinauszögern. Zunächst werden lose Verschmutzungen mit einem Sauger entfernt, der im Gegensatz zum Besen den Staub nicht nur aufwirbelt, sondern komplett verschwinden lässt. Anschließend erfolgt die Nassreinigung mit einem pH-neutralen Reinigungsmittel, wobei mit einer Scheuersaugmaschine in kürzerer Zeit gründlichere Ergebnisse erzielt werden als durch manuelles Wischen. Dank gleichzeitiger Absaugung verkürzt sich zudem die Trocknungszeit und der Boden ist schneller wieder begehbar. Außerdem verlängern sich durch die bessere Reinigungsleistung der Maschine die Intervalle bis zur nächsten Grundreinigung noch weiter.
Der Einsatz der geeigneten Technik ist für glatte wie für strukturierte Beläge nicht nur vom Zeitaufwand von Vorteil. Werden glatte Böden wie Linoleum ausschließlich manuell gereinigt, wird mit der Zeit ein unschöner Vergrauungseffekt sichtbar, da der Schmutz nur verteilt wird. Scheuersaugmaschinen mit Scheibenbürsten können die Entstehung dieses Grauschleiers verhindern, wobei eine Maschine mit Mikrofaserwalze in Verbindung mit einem milden Reinigungsmittel noch gründlichere Ergebnisse erzielt. Handelt es sich um einen strukturierten Belag wie Vinyl, kann eine Scheuersaugmaschine Schmutzablagerungen aus den Vertiefungen entfernen. Im Gegensatz zu manuellem Wischen dringt die weiche Walzenbürste in die Vertiefungen ein und holt den Schmutz heraus, statt ihn nur abzustreifen. Eine Walzenbürste mit geringerer Auflagefläche und mehr punktuellem Anpressdruck ist besonders für Elastomerböden mit Noppen geeignet. Sie erreicht die Vertiefungen besser als manuelle Tools oder Scheibenbürsten.
Trotz regelmäßiger Unterhaltsreinigung wird von Zeit zu Zeit eine Zwischenreinigung fällig, um Nutzungsspuren und hartnäckige Verschmutzungen zu beseitigen. Je nach Zustand stehen für Linoleum und PVC/Vinyl mit Top-Stripping und Pflegefilm-Sanierung zwei Methoden zur Wahl, die ein gleichmäßiges Erscheinungsbild erzielen und somit die Optik verbessern. Elastomer ist der einzige Belag, bei dem eine Beschichtung nicht zwingend empfohlen wird und eine Wischpflege mit einem Spray-Cleaner ausreicht.
Voraussetzung für das Top-Stripping-Verfahren ist, dass ein geschlossener Pflegefilm von vier bis fünf Schichten ohne Lücken bis auf den Belaggrund vorhanden ist. Bei diesem Verfahren wird die Beschichtung ohne chemische Nassgrundreinigung vollflächig, effizient und umweltschonend saniert. Zum Einsatz kommt dabei eine Einscheiben- oder Scheuersaugmaschine, wobei ein Modell mit Orbitalscheibenkopf und oszillierenden Bewegungen unter Zugabe von klarem Wasser zu empfehlen ist. Oberflächliche Verschleißspuren im Pflegefilm werden abgeschliffen, das Wasser bindet den Schleifstaub und das Gemisch wird von der Scheuersaugmaschine sofort effizient in einem Arbeitsschritt aufgenommen. Für schwer zugängliche Stellen verwendet man ein Handpad oder eine Handscheibenmaschine. Nach Entfernung aller Schmutzeinlagerungen und erreichter einheitlicher Mattierung wird der neue Pflegefilm aufgetragen.
Ein weiteres Verfahren zur Zwischenreinigung von Linoleum oder PVC/Vinyl ist die Pflegefilmsanierung, wodurch mit wenig Aufwand partiell abgenutzte Pflegefilmstellen wie Laufstraßen wiederhergestellt werden können. Intakte Bereiche bleiben dabei erhalten und die Räume müssen nicht komplett leergeräumt werden. Ein normaler Geschäftsbetrieb ist somit schnell wieder möglich. Zunächst sollten lose und haftende Verschmutzungen entfernt und betroffene Stellen mit einer schweren, leistungsstarken Einscheibenmaschine inkl. Absaugaggregat und SPP-Pad angeschliffen werden. Entstandene Schleifspuren sind anschließend durch staubbindendes Wischen zu entfernen. Danach wird die Beschichtung auf den angeschliffenen Stellen in ein bis zwei Schichten überlappend aufgetragen.
Selbst bei guter Pflege und Instandhaltung lässt sich bei tieferen Verschmutzungen und Beschädigungen eine chemische Nassgrundreinigung nicht vermeiden. Alte, bis auf den Grund verschlissene und vergilbte Pflegefilme mit tiefen Schmutzeinlagerungen werden dadurch entfernt. Zur Vorbereitung müssen die Fußbodenheizung mindestens 24 Stunden vorab ausgeschaltet, sämtliche Möbel entfernt oder abgedeckt und angrenzende Flächen abgeklebt werden.
Zunächst ist ein geeigneter Grundreiniger in der angegebenen Konzentration zu dosieren. Danach trägt man die Reinigungsflotte abschnittsweise maschinell oder mit einem Breitwischgerät auf und bearbeitet den Belag nach einer Einwirkzeit von ca. 10 Minuten mit einer Scheuer- oder Scheuersaugmaschine. Bei der langsam laufenden Einscheibentechnik (150 – 180 U/min) mit grünen Scheibenpads wird in gleichmäßigen, überlappenden Kreisen, bei der Walzentechnik über kreuz gearbeitet. Diese Technik ist vor allem für strukturierte und unebene Böden geeignet. Randbereiche und schwer zugängliche Stellen sind am besten mit einem Handpad zu bearbeiten. Besonders wichtig ist, dass abschnittsweise vorgegangen wird, denn der Grundreiniger darf während der gesamten Anwendung nicht antrocknen. Die komplette Schmutzflotte lässt sich anschließend am besten mit einem Nass-Trockensauger oder einer Scheuersaugmaschine aufsaugen. Nachdem mit klarem Wasser gespült wurde, ist die Trocknungszeit einzuhalten – bei Linoleum mindestens 12 bis 24 Stunden, um ein späteres Abpudern des Pflegefilmes zu vermeiden.
Abschließend wird der Boden mit mindestens zwei bis drei Schichten Pflegefilm versehen. Nach jeder Schicht ist eine Pause von 60 bis 90 Minuten einzuhalten, oder man wartet, bis die Schicht wieder begehbar ist. Das Beschichtungsmittel sollte circa 10 Minuten vor dem Auftragen gut geschüttelt und in Pfützen auf dem sauberen und trockenen Belag aufgelegt werden. Mit einem Breitwischgerät lässt es sich gleichmäßig und sorgfältig verteilen. Der Pflegefilm ist nach 24 Stunden komplett ausgehärtet und der reguläre Geschäftsbetrieb wieder möglich.
Eine kontinuierliche Reinigung elastischer Bodenbeläge lohnt sich nachhaltig. Während die Böden in den Einrichtungen täglich höchsten Belastungen standhalten müssen, sichert der Werterhalt eine maximale Lebensdauer der Beläge und reduziert aufwändige Sanierungsmaßnahmen auf ein Minimum. Mit dem Einsatz der richtigen Methoden, moderner Maschinentechnik und exakt abgestimmter Reinigungsmittel lassen sich Kosten sowie wertvolle Zeit der Mitarbeitenden einsparen. Darüber hinaus wird der Einsatz von Chemie und Ressourcen so weit wie möglich reduziert. So wird ein effizienter, sicherer und zugleich umweltfreundlicher Betrieb sichergestellt.
Kärcher ist DRK-Rahmenvertragspartner für professionelle Reinigungslösungen – von Boden- und Flächenreinigungsgeräten über Sauger und Reinigungsmaschinen bis hin zu Desinfektionslösungen, Reinigungsmitteln und manuellem Reinigungsequipment zur Unterstützung hygienischer und sicherer Umgebungen. Für DRK-Organisationen werden beim Rahmenvertragspartner Kärcher Sonderkonditionen eingeräumt. Weitere Informationen zu den Vorteilen sind über das DRK-Einkaufsportal abrufbar.
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