DRK-Bereitschaften: Für andere da – jederzeit und überall

Kompetenzen
Junge gut gelaunte Einsätzekräfte in Einsatzjacken in Leuchtorange und grauen Hosen, beide mit Reflexstreifen, laufen nebeneinander eine Straße entlang
DRK-Service GmbH
Datum 28.08.2025
Lesedauer 3 Minuten
Zusammenfassung:
Die DRK-Bereitschaften sind tragende Säulen im Katastrophenschutz – engagiert, flexibel und nah am Menschen. Doch wie reagieren sie auf neue Herausforderungen? Ein Interview mit DRK-Bundesbereitschaftsleiter Martin Bullermann.
Junge gut gelaunte Einsätzekräfte in Einsatzjacken in Leuchtorange und grauen Hosen, beide mit Reflexstreifen, laufen nebeneinander eine Straße entlang

Die DRK-Bereitschaften sind tragende Säulen im Katastrophenschutz – engagiert, flexibel und nah am Menschen. Doch wie reagieren sie auf neue Herausforderungen? Im Interview spricht DRK-Bundesbereitschaftsleiter Martin Bullermann über aktuelle Entwicklungen, die Bedeutung des Ehrenamts und darüber, wie Gemeinschaft und Innovation in den Bereitschaften Hand in Hand gehen.

Welche Rolle spielen die DRK-Bereitschaften heute im Gesamtgefüge des Bevölkerungsschutzes?

Die DRK-Bereitschaften sind ein zentraler Pfeiler des Bevölkerungsschutzes. Sie verbinden den staatlichen Auftrag mit gesellschaftlichem Engagement – verlässlich, kompetent und zutiefst menschlich. Ob bei Katastrophen, geplanten Evakuierungen, Veranstaltungen oder im alltäglichen Dienst: Wir sind überall in Deutschland vor Ort und helfen. Unsere Hilfe folgt der Not, nicht der Vorliebe, und ist oft schon da, bevor etwas passiert.

Wie haben sich die Aufgaben und Einsätze der Bereitschaften in den letzten Jahren verändert, z. B. durch die Corona-Pandemie oder Flutkatastrophen?

Ein älterer Mann mit weißem Hemd, roter Krawatte und dunkelblauem Sacko mit diversen Abzeichen mit DRK-BezugDie Bandbreite unserer Einsätze hat in den letzten Jahren enorm zugenommen, sowohl in der Häufigkeit als auch in der Komplexität und Intensität. Die Corona-Pandemie war wie ein Brennglas: Sie hat verdeutlicht, wie wichtig eine verlässliche und flexible flächendeckende Struktur vor Ort ist. Und die Flutkatastrophen haben gezeigt, wie wichtig es ist, nicht erst zu reagieren, sondern vorbereitet zu sein. Besonders gefragt sind zunehmend soziale Nothilfen im Alltag und kulturelle Sensibilität. 

Unsere Präsenz nahezu in jedem Ort ermöglicht ein schnelles und individuelles Handeln – stets mit dem Ziel, Menschen verlässlich und empathisch zu unterstützen.

Was zeichnet aus Ihrer Sicht eine starke Bereitschaft aus?

Eine starke Bereitschaft erkennt man nicht an der Zahl ihrer Mitglieder oder Fahrzeuge, sondern an ihrer Haltung: Teamgeist, Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein und der Wille, gemeinsam zu gestalten und für die Menschen da zu sein, die Hilfe brauchen, wo und wann immer es darauf ankommt. Auch eine klare Kommunikation auf Augenhöhe, definierte Aufgaben, regelmäßige Aus- und Fortbildungen und die Fähigkeit zur Selbstreflexion sichern nachhaltige Stärke. Gute Führung und das Bewusstsein, Teil eines großen Ganzen zu sein, machen in einer starken 
Bereitschaft den Unterschied.

Wie gelingt es, junge Menschen für die Arbeit in den Bereitschaften zu begeistern und dauerhaft zu binden?

Die Gewinnung und Bindung junger Menschen ist eine unserer wichtigsten Aufgaben. Sie gelingt mit modernen Angeboten, echter Mitgestaltung und einer offenen Willkommenskultur. Junge Menschen finden bei uns Sinn, Gemeinschaft und Entwicklungsmöglichkeiten. Mit starker Teamarbeit, moderner Ausbildung und wertschätzender Begleitung schaffen wir Räume, in denen sie wachsen und Verantwortung übernehmen können – heute und für die Zukunft.

Gibt es aktuell Projekte oder Konzepte zur Weiterentwicklung der Bereitschaften auf Bundesebene?

Wir arbeiten weiter an der Stärkung der deutschlandweiten Zusammenarbeit innerhalb des Roten Kreuzes über alle Ebenen hinweg, im Sinne eines komplexen Hilfeleistungssystems. Dabei fördern wir gezielt die Resilienz der Bevölkerung – mit Projekten zur Selbst- und Nachbarschaftshilfe, damit Menschen im Ernstfall sich und anderen helfen können. Wir modernisieren auch unsere Ausstattung und Ausbildung, dabei setzen wir auf praxisnahe Module, digitale Prozesse und auf die Stärkung der Führungs- sowie Kommunikationskompetenz. Innovation, Forschung und Einsatzreflexion sichern unsere Einsatzfähigkeit – gemeinsam, interdisziplinär und zukunftsorientiert.

Was motiviert Sie persönlich in Ihrer Funktion als Bundesbereitschaftsleiter – und was möchten Sie den Helferinnen und Helfern im ganzen Land mit auf den Weg geben?

Mich motiviert der Geist unserer Bewegung, der uns vereint: vielfältige Biografien mit einem Ziel, uneigennützig im Zeichen der Menschlichkeit zu helfen. Ich bin Teil eines starken Teams, das sich ergänzt und gegenseitig unterstützt. Das gibt mir Kraft und ich bin stolz auf das, was wir zusammen erreichen. Ich darf gestalten, zuhören und begleiten – eine Verantwortung und ein Privileg zugleich. 

Meine Botschaft an unsere Mitglieder: Ihr seid das Herz der Bereitschaften. Bleibt neugierig, haltet zusammen und bewahrt euch Zuversicht und Menschlichkeit. Euer Einsatz macht den Unterschied.

Vielen Dank für das Interview. 

© Andreas Brockmann/DRK LV Nordrhein, Martin Bullermann