Elektrische Energie ist im Bevölkerungsschutz unverzichtbar. Funk, Beleuchtung, IT, medizinische Geräte und Gebäudetechnik müssen auch dann funktionieren, wenn das öffentliche Netz ausfällt oder am Einsatzort keine Infrastruktur vorhanden ist.
Bisher übernehmen meist kraftstoffbetriebene Stromerzeuger diese Aufgabe. Sie liefern zuverlässig hohe Leistungen, verursachen aber Lärm, Abgase, Wartungsaufwand und laufende Kraftstoffkosten. Batteriespeicher und Photovoltaik können deshalb eine sinnvolle Ergänzung sein – vor allem bei kleinen, dauerhaft laufenden Energieverbrauchern.
Der Energiebedarf im Einsatz wächst. Neben Beleuchtung und Funk müssen heute Laptops, Router, Drucker, Ladegeräte, Heizungen, Lüfter und empfindliche Medizintechnik versorgt werden.
Dabei ist zwischen Leistung und Energie zu unterscheiden. Die Leistung beschreibt, wie viel Strom gleichzeitig benötigt wird. Die Energie gibt an, wie lange diese Leistung bereitgestellt werden muss. Ein System kann deshalb eine hohe Leistung liefern und trotzdem nach kurzer Zeit erschöpft sein.
Für die Planung sind vier Fragen entscheidend:
Beim JRK-Supercamp 2025 in Hameln setzte der DRK-Landesverband Hessen einen Kommandowagen als Meldekopf ein. Das Fahrzeug war vier Tage lang Anlaufstelle für eintreffende Einsatzkräfte und unterstützte die Koordination des Fuhrparks.
Mithilfe von Solarstrom wurden Fahrzeugtechnik, Funk, Beleuchtung, Laptop und Drucker betrieben. Die durchschnittliche Leistungsaufnahme lag bei rund 40 Watt. Zum Einsatz kamen ein Batteriespeicher mit 4,5 Kilowattstunden Kapazität und zwei Solarmodule mit jeweils 50 Watt.
Die Kombination reichte aus, um den Meldekopf zuverlässig zu betreiben. Der Speicher übernahm die Versorgung bei schwankender Solarleistung sowie in den Abend- und Nachtstunden.
Im Betrieb zeigten sich mehrere Vorteile: kurze Leitungswege, kein laufender Kraftstoffverbrauch, geringer Wartungsaufwand und ein nahezu geräuschloser Betrieb. Gerade an Führungsstellen erleichtert weniger Lärm den Funkverkehr und konzentriertes Arbeiten. Zudem entstehen am Einsatzort keine Abgase.
Das Beispiel zeigt jedoch nicht, dass Batteriespeicher jeden Stromerzeuger ersetzen können. Zeltheizungen, Großküchen, Pumpen oder Klimageräte haben deutlich höhere Lasten. Auch schlechtes Wetter und zusätzliche Stromverbraucher verkürzen die mögliche Betriebsdauer.
Der wichtigste Erfolgsfaktor war deshalb nicht die eingesetzte Technik, sondern die realistische Einschätzung des Bedarfs.
Für den Bevölkerungsschutz ist die Gegenüberstellung „Batterie oder Stromerzeuger“ zu kurz gegriffen. Robuste Systeme kombinieren verschiedene Energiequellen.
Batteriespeicher können Grundlasten leise und effizient übernehmen. Photovoltaik lädt sie während des Betriebs nach. Stromerzeuger sichern hohe Lasten, längere Einsatzzeiten und ungünstige Wetterlagen ab.
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Technologie
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Stärke
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Grenze
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|---|---|---|
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Batteriespeicher
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leise, sofort verfügbar
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begrenzte Kapazität
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Photovoltaik
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geringe Betriebskosten
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wetterabhängig
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Stromerzeuger
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hohe Leistung
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Lärm, Wartung, Kraftstoff
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Fahrzeugbatterie
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mobil verfügbar
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Reichweitenverlust möglich
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Auch Elektrofahrzeuge können künftig eine größere Rolle spielen. Über Vehicle-to-Load-Systeme lässt sich bereits heute Strom aus der Fahrzeugbatterie für externe Geräte bereitstellen. Dabei muss jedoch genügend Energie für den Fahrbetrieb verbleiben.
Weitergehende Lösungen wie Vehicle-to-Building können Gebäude versorgen. Dafür sind geeignete Fahrzeuge, Lade- und Steuerungstechnik sowie klare Sicherheits- und Betriebsregeln erforderlich.
Für einen typischen Kommandowagen vergleicht die zugrunde liegende Beispielrechnung einen Stromerzeuger mit 2,8 kVA mit einer Kombination aus Speicher und Photovoltaik.
Die Beispielrechnung kommt bei einem Einsatz über 15 Jahre zu folgendem Ergebnis:
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Kostenposition
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Stromerzeuger
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Batteriespeicher und PV
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|---|---|---|
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Anschaffung
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2.500 Euro
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2.300 Euro
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über 15 Jahre
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1.200 Euro
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0 Euro
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Betrieb für Ausbildung über 15 Jahre
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600 Euro
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0 Euro
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Gesamtkosten
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4.300 Euro
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2.300 Euro
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Bei einer Rettungswache fällt das Ergebnis differenzierter aus. Ein großer Stromerzeuger ist in der Anschaffung günstiger. Eine Photovoltaik-Speicheranlage kann jedoch auch im Alltag genutzt werden, Stromkosten senken und Einspeiseerlöse erzielen.
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Gebäudeteil
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Geschätzte Betriebsleistung
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Maximale Leistung
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|---|---|---|
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Büros (4)
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8 KW
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20 KW
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Lehrsaal
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1,5 KW
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7 KW
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Küche
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5 KW
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13 KW
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Teeküche
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1,8 KW
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4 KW
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Beleuchtung innen
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1 KW
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3,5 KW
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Beleuchtung außen
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0,5 KW
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1 KW
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Technik & Serverraum
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5 KW
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8 KW
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Heizung/Lüftung/San.
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9,5 KW (inkl. Wärmepumpe Betrieb)
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55 KW (Wärmepumpe)
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Ruhe- und sonstige Räume
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1 KW
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4 KW
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Garage (5 RTW)
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6 KW
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18 KW
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Waschmaschine / Trockner
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15 KW
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30 KW
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Gesamt
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54,3 KW
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163,5 KW
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Die Modellrechnung der Vorlage stellt einem Stromerzeuger mit 250 kVA eine Anlage aus einem Batteriespeicher mit 198 Kilowattstunden und Photovoltaik mit 52 kWp gegenüber.
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Kostenposition
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Stromerzeuger
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Batteriespeicher und PV
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|---|---|---|
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Anschaffung
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35.000 Euro
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70.000 Euro
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Wartung über 15 Jahre
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12.000 Euro
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4.500 Euro
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Ausbildungsbetrieb
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4.000 Euro
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0 Euro
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Gesamtkosten vor Erträgen
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51.000 Euro
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74.500 Euro
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Angenommene Ersparnis und Einspeisung
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0 Euro
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96.242 Euro
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Solche Berechnungen sind nicht allgemein übertragbar. Sie hängen unter anderem von Nutzungsdauer, Energiepreisen, Standort, Speicherlebensdauer, Wartung und tatsächlichem Verbrauch ab.
Besonders geeignet sind Batteriesysteme für Anwendungen mit niedriger, gleichmäßiger Last:
Bei Betreuungsplätzen, Feldküchen oder größeren Liegenschaften sind meist hybride Systeme sinnvoll. Dort kann der Speicher kritische Grundlasten absichern, während ein Stromerzeuger Leistungsspitzen übernimmt.
Das Praxisbeispiel aus Hessen zeigt, dass Batteriespeicher und Photovoltaik bereits heute einen verlässlichen Beitrag zur Energieversorgung leisten können. Ihr größter Nutzen liegt bei klar definierten Anwendungen mit überschaubarem Verbrauch.
Für viele DRK-Gliederungen wird deshalb nicht der vollständige Ersatz des Stromerzeugers die beste Lösung sein, sondern ein abgestimmtes Gesamtsystem. Wer den tatsächlichen Bedarf kennt, kritische Energieverbraucher priorisiert und mehrere Energiequellen kombiniert, verbessert Wirtschaftlichkeit und Einsatzfähigkeit zugleich.
Im DRK-Landesverband Hessen verantwortet Alexander Frese seit 4 Jahren das Ressort Elektro. Der Elektromeister (HWK) ist seit 1998 Mitglied einer Bereitschaft im DRK und seit dem Jahr 2000 außerdem in verschiedenen Funktionen und Einsätzen im Katastrophenschutz tätig gewesen. Aktuell unterstützt er die Standortführung der DRK-Landesverstärkung Hessen als Führungsassistent, ist Instruktor für Technik & Logistik sowie Sprecher des Lehr- & Versuchstrupps Energie des DRK-Bundesverbandes.
© Alexander Frese