Jede gute Geschichte hat einen Anfang, eine Mitte und ein Ende, möglichst spannend und interessant, manchmal lehrreich, manchmal unterhaltsam, immer wert, als Ganzes betrachtet zu werden. So ist es auch mit der Leseförderung bei Kita-Kindern. Hat man einen guten, interessanten Anfang, spannende Anregungen in der Mitte und einen soliden Schluss, schließt man das Buch und greift gleich nach dem Nächsten.
Studien belegen immer wieder, dass eine erfolgreiche Leseförderung oft eng mit der Lesesozialisation zusammenhängt. Positive Lesesozialisation (oder Lese-Literacy) basiert auf folgenden Ideen: Lesevertrautheit (fremd oder nicht), Leseinteresse (interessant für mich oder nicht) und Lesebereitschaft (offen dafür oder nicht).
Zuerst, Lesesozialisation ist ein Prozess, wodurch Kinder Kontakt mit der Welt der Schrift und der Literatur machen. Hierbei geht es darum, Situationen zu schaffen, in denen Kinder anfangen zu verstehen, das Lesen in viele Situationen vorkommt, und das Sprache und Kommunikation hier eine bedeutende Rolle spielen. Kinder erfahren, dass die Sprache Spaß macht, Freude bereitet und unterschiedlich erlebt werden kann. Durch diese ersten Begegnungen machen sie den Anfang, worauf erste Leseerfahrungen aufgebaut sind. Deswegen ist in vielen Bildungsplänen festgehalten, dass die Kinder mit sprachlichen Anlässen in Berührung kommen sollten. Dabei sollte auch die Motivation (und möglichst Intrinsische Motivation, was bedeutet, dass man es aus eigenem Interesse tut) aufgebaut werden. Dann greift man von allein zum Buch, ohne den Einfluss von anderen Personen oder weiteren Faktoren (Extrinsische Motivation).
Wenn man das Gefühl hat, dass man etwas gut kann und es interessant ist, dann taucht man tiefer ein. In diesem Fall, wer gerne liest, liest wahrscheinlich viel und kann es gut, weil man es oft macht. Fühlt man sich hierbei wohl, gut und sicher aufgehoben, ist es ein positives Gefühl, was man gerne wiederholt. Wer nur mit dem Abbau von Defiziten beschäftigt ist, hat es schwieriger, Lesen mit Spaß, Freude und Leichtigkeit zu begegnen. Das alles beginnt, bevor man überhaupt lesen kann, beeinflusst aber den weiteren Verlauf. Sprich, fühlt man sich nicht wohl, macht man es ungern oder gar nicht und neigt zur Vermeidung und übt das Lesen nicht. Die Vorläuferfertigkeiten (Kompetenzen, die vor und während den ersten Schuljahren zu erwarten sind), werden vernachlässigt. Lesemotivation führt also zu Lesekompetenz, selbst wenn man noch gar nicht lesen kann.
Wer schon früh die Lesesozialisation erlebt, arbeitet an den nötigen Kompetenzen, die Vorläuferfertigkeiten, um erfolgreich an der Schule teilzunehmen. Vorläuferfertigkeiten können in vier Hauptbereiche unterteilt werden: sensomotorisch, sozio-emotional, kognitiv und sprachlich. Diese finden sich in vielen Bildungspläne wieder, um den möglichst reibungslosen Schulübergang zu gewährleisten.
Es gibt viele Methoden, auf die man zurückgreifen und womit man arbeiten kann. Wie bei vielen Methoden, gibt es auch Verbindungen zu unterschiedlichen Lernzielen. Deswegen ist folgende Liste nicht exhaustiv und die Beispiele nicht nur unter den aufgeführten Themenbereich zu verstehen.
Natürlich ist eine gut ausgestattete Umgebung einladend und inspirierend. Hier geht es darum, Anreize zu schaffen, Impulse zu setzen und Begegnungen zu ermöglichen. Man kommt in Kontakt mit Lesematerial, Lernaktivitäten, und Lernpartnern. Somit entsteht Motivation bei den Kleinen, sich weiter damit auseinanderzusetzen durch eine angenehme und sichere Umgebung. Es folgen einige Ideen:
Lernen kann aber natürlich auch außerhalb die Kita-Wände stattfinden. Ausflüge (entweder physisch oder über Virtuelle/Augmentierte Realität) ermöglichen den Kindern neues zu erfahren. Was wurde erlebt, wie es geklungen/ gerochen/ sich angefühlt hat oder ähnliche Fragen bilden hervorragende Möglichkeiten für den sprachlichen Austausch. Anschließend gemeinsam Bücher oder Kamishibai-Karten passend zum Thema bereitstellen, ermöglicht den Kindern, ihre Erlebnisse zu verarbeiten, festzuhalten und zu versprachlichen, eventuell mit der Unterstützung von Aufnahmegeräten. Oder wie wäre es mit einem Waldausflug? Dort untersucht man eine Baumhöhle genauer mit der Endoskop-Kamera, um zu sehen wer dort wohnt oder wie es drinnen aussieht. Noch im Wald, können die Kinder angeregt werden, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen in Form von kleinen Geschichten, die sie einander erzählen, wer zum Beispiel in den Baumstumpf leben könnte. Anschließend hält man die Geschichten und Erkenntnisse mit einem Portfolio fest – entweder jedes Kind einzeln oder als gesamte Gruppe. Portfolio-arbeit kann sowohl analog als auch digital stattfinden und ist eine wunderbare Methode, sich vertiefend mit einem Thema auseinanderzusetzen und Erfolge und Erlebnisse festzuhalten.
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