Die Gestaltung von Kindertageseinrichtungen beeinflusst weit mehr als die Funktion eines Raumes. Bildungsräume sind Lebensräume, in denen Kinder täglich lernen, spielen, sich bewegen und soziale Erfahrungen sammeln. Gleichzeitig stehen Träger vor der Aufgabe, Einrichtungen wirtschaftlich, ressourcenschonend und langfristig nutzbar auszustatten.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Materialwahl zunehmend an Bedeutung. Neben funktionalen Anforderungen stehen heute insbesondere ökologische Aspekte, Innenraumqualität und die langfristige Nutzbarkeit von Einrichtungselementen im Fokus. Natürliche Materialien wie Massivholz können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.
Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit werden häufig als Gegensätze wahrgenommen. Im Rahmen einer lebenszyklusorientierten Betrachtung zeigt sich jedoch, dass beide Ziele vielfach miteinander vereinbar sind. Vielmehr rückt bei öffentlichen Trägern zunehmend die Frage in den Mittelpunkt, welche Lösung über ihre gesamte Nutzungsdauer ökologisch und wirtschaftlich überzeugt.
Es wird deshalb empfohlen bei der öffentlichen Beschaffung Möbel, die langlebig, emissionsarm und gebrauchstauglich sind sowie Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu verwenden. Gerade für Kindertageseinrichtungen, in denen Möbel täglich intensiv beansprucht werden, sind robuste und instandsetzbare Lösungen ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Beschaffung.
Massivholz erfüllt diese Anforderungen in besonderem Maße. Im Gegensatz zu vielen beschichteten Werkstoffen können Gebrauchsspuren häufig durch Schleifen oder Nachbehandlung der Oberfläche instandgesetzt werden. Die Möglichkeit der Reparatur verlängert die Nutzungsdauer erheblich und entspricht dem Grundgedanken einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft.
Kinder verbringen einen Großteil ihres Tages in Innenräumen. Deshalb gewinnt die Qualität der eingesetzten Materialien zunehmend an Bedeutung.
Nach Angaben des Umweltbundesamtes können Möbel und Einrichtungsgegenstände die Innenraumluft beeinflussen. Für Bildungs- und Betreuungseinrichtungen empfiehlt sich daher der Einsatz emissionsarmer Materialien sowie schadstoffarmer Oberflächen, um Belastungen der Raumluft möglichst gering zu halten. Umweltzeichen wie der Blaue Engel bieten hierfür eine wichtige Orientierung bei der Beschaffung.
Neben der Emissionsarmut besitzt Massivholz weitere materialtypische Eigenschaften. Holz ist hygroskopisch und kann in begrenztem Umfang Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen sowie wieder abgeben. Dadurch kann der Werkstoff zur Pufferung kurzfristiger Feuchtigkeitsschwankungen und damit zu einem angenehmen Raumklima beitragen. Gleichzeitig sorgt seine, vergleichsweise geringe Wärmeleitfähigkeit dafür, dass Holzoberflächen als angenehm warm empfunden werden – ein Vorteil insbesondere in Räumen, in denen Kinder täglich direkten Kontakt mit Möbeln und Spielmaterialien haben.
Die Raumgestaltung ist ein wesentlicher Bestandteil pädagogischer Konzepte. Kinder erschließen sich ihre Umwelt nicht ausschließlich über Sprache oder visuelle Eindrücke, sondern insbesondere durch unmittelbare Sinneserfahrungen.
Natürliche Materialien bieten hierfür vielfältige Möglichkeiten. Unterschiedliche Oberflächenstrukturen, Maserungen, Formen und haptische Eigenschaften regen zum Tasten, Beobachten und Vergleichen an. Entwicklungspsychologische Erkenntnisse sowie pädagogische Konzepte wie beispielsweise die Reggio-Pädagogik oder die Loose-Parts-Theorie – beschreiben den hohen Wert offener und natürlicher Materialien für selbstbestimmte Lern- und Explorationsprozesse.
Dabei müssen natürliche Materialien nicht ausschließlich in Möbeln zum Einsatz kommen. Auch Gestaltungselemente wie Birkenstämme, Holzpodeste oder andere Naturelemente können Bereiche gliedern und Kindern unmittelbare Naturerfahrungen im Alltag ermöglichen. Gleichzeitig fördern sie Wahrnehmung, Bewegung und eigenständiges Entdecken und schaffen eine Umgebung, die sich bewusst von standardisierten Innenräumen unterscheidet.
Bei der Beschaffung von Möbeln für Kindertageseinrichtungen steht häufig zunächst der Anschaffungspreis im Fokus. Für eine nachhaltige Investitionsentscheidung ist jedoch die Betrachtung der gesamten Lebenszykluskosten entscheidend.
Hierzu zählen neben den Anschaffungskosten insbesondere Wartungsaufwand, Reparaturmöglichkeiten, Nutzungsdauer sowie der Zeitpunkt einer notwendigen Ersatzbeschaffung. Möbel mit einer längeren Lebensdauer können trotz gegebenenfalls geringfügig höherer Anfangsinvestitionen über den gesamten Nutzungszeitraum wirtschaftlicher sein als Produkte, die häufiger ersetzt werden müssen.
Massivholzmöbel zeichnen sich durch ihre hohe Stabilität und Reparaturfähigkeit aus. Gebrauchsspuren lassen sich vielfach instand setzen, ohne dass das Möbelstück ersetzt werden muss. Dadurch verlängert sich die Nutzungsdauer deutlich. Aus Sicht einer nachhaltigen Beschaffung können sich höhere Anschaffungskosten über die gesamte Nutzungsphase relativieren und langfristig zu geringeren Gesamtkosten beitragen. Dieser lebenszyklusorientierte Ansatz wird unter anderem vom Umweltbundesamt sowie von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) empfohlen.
Nachhaltige Bildungsräume entstehen durch das Zusammenspiel von pädagogischer Qualität, verantwortungsvollem Ressourceneinsatz und einer langfristig wirtschaftlichen Ausstattung.
Massivholz und natürliche Materialien erfüllen viele dieser Anforderungen gleichzeitig. Sie ermöglichen langlebige und reparaturfähige Einrichtungslösungen, unterstützen eine emissionsarme Innenraumgestaltung und eröffnen Kindern vielfältige sensorische Erfahrungen. Damit leisten sie einen Beitrag zu Bildungsräumen, die ökologische Verantwortung, Wirtschaftlichkeit und pädagogische Qualität miteinander verbinden.
Für DRK-Organisationen werden beim Rahmenvertragspartner Resch Möbelwerkstätten Sonderkonditionen eingeräumt. Weitere Informationen zu den Vorteilen sind über das DRK-Einkaufsportal abrufbar.
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