Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind für das Deutsche Rote Kreuz eng mit seiner humanitären Verantwortung verbunden. Nachhaltigkeit bedeutet für das DRK-Generalsekretariat, stetig daran zu arbeiten, dass Hilfe, Gemeinschaft und natürliche Lebensgrundlagen auch in Zukunft bestehen können: menschenzentriert, inklusiv und gerecht, unter Wahrung der ökologischen Grenzen, getragen von finanzieller Umsicht.
Dieses Verständnis von Nachhaltigkeit basiert auf den Grundsätzen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, dem Leitbild des DRK sowie auf der Grundlage gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse. Dabei folgt das DRK dem Vorrang-Modell der Nachhaltigkeit. Demnach gibt es ohne Natur keine Gesellschaft und ohne Gesellschaft keine Wirtschaft. Die Folgen von Klimawandel und Umweltzerstörung sind evident, und gerade deshalb sieht sich das DRK in der Pflicht, die eigenen negativen Auswirkungen, welche durch unsere Arbeit entstehen, zu reduzieren. Zugleich verstärken wir unsere positiven Beiträge, indem wir verlässliche Hilfe leisten, Teilhabe ermöglichen, gute Arbeitsplätze schaffen und uns für gesellschaftliche Gerechtigkeit und ökologische Zukunftsfähigkeit einsetzen.
Vor diesem Hintergrund arbeitet das DRK-Generalsekretariat daran, den eigenen Ressourcenverbrauch zu reduzieren, Treibhausgasemissionen zu senken und den Gebäudebetrieb energieeffizienter zu gestalten. Dabei geht es nicht nur um technische Lösungen, sondern auch um die Frage, wie nachhaltige Praktiken langfristig in Prozesse und Entscheidungen integriert werden können. Das DRK-Generalsekretariat versteht diesen Weg als kontinuierlichen Entwicklungsprozess, der auf belastbaren Daten, konkreten Maßnahmen und klaren Zielen basiert.
Eine wichtige Grundlage für wirksamen Klimaschutz sind verlässliche Daten. Deshalb werden für die Gebäude des DRK e. V. Energieaudits durchgeführt. Die Ergebnisse liefern wertvolle Erkenntnisse über Energieverbräuche und Einsparpotenziale und enthalten verschiedene Handlungsempfehlungen für die kommenden Jahre. Auch die seit 2024 eingeführten Treibhausgasbilanzen sind Meilensteine, um datenbasiert die größten beinflussbaren Hebel zur Reduktion von Emissionen festzustellen.
An dieser Basis arbeitet das Generalsekretariat kontinuierlich, um eine immer bessere Datengrundlage aufzubauen, um Fortschritte messbar zu machen und gezielt weitere Maßnahmen umzusetzen. Gleichzeitig schaffen die Daten Transparenz, um künftige Entwicklungen systematisch nachzuverfolgen.
Ein Schwerpunkt der Nachhaltigkeitsaktivitäten liegt auf der Verbesserung der Energieeffizienz der Gebäude. Viele Maßnahmen zielen darauf ab, den Energieverbrauch dauerhaft zu senken, ohne den Komfort für Mitarbeitende einzuschränken.
Ein wichtiger Schritt ist die sukzessive Umstellung auf Ökostrom an allen unseren Standorten. Dadurch kann der Strombedarf des Generalsekretariats klimafreundlicher gedeckt werden.
Darüber hinaus investiert das DRK in die eigene Erzeugung erneuerbarer Energie. Hierzu wurde eine Solaranlage am Standort des Generalsekretariats in Berlin-Lichterfelde installiert, eine weitere ist am Standort Luckenwalde in Planung. Diese Anlagen leisten einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung und erhöhen zugleich die Unabhängigkeit von externen Energiequellen.
Auch die Beleuchtung wird schrittweise modernisiert. Im 2023 fertiggestellten Neubau der Verwaltung kommt flächendeckend energieeffiziente LED-Technik zum Einsatz. Auch die Umstellung der verbleibenden älteren Gebäudeteile wurde konsequent fortgesetzt; das letzte Gebäude wurde im November 2025 auf LED-Beleuchtung umgerüstet.
Zusätzliche Einsparungen werden durch die Modernisierung der technischen Gebäudeausstattung erzielt. Das Gebäudeleitsystem wird umfassend erneuert, um Einstellungen von technischen Anlagen sowie die Lichtsteuerung effizienter und bedarfsgerechter zu gestalten.
Besondere Aufmerksamkeit gilt auch dem historischen Gebäudebestand: Erwähnenswert ist die Einführung eines automatisierten Heizungssystems, das die Wärmeversorgung bedarfsgerecht steuert und auf diese Weise Energieverluste minimiert. Ergänzend werden die Fensterdichtungen erneuert, um Wärmeverluste zu verringern und die Energieeffizienz des Gebäudes zu verbessern.
Die Kombination aus baulichen und technischen Maßnahmen zeigt, dass auch bestehende Gebäude einen wichtigen Beitrag zur Erreichung von Klimaschutzzielen leisten können.
Trotz der bereits erreichten Fortschritte bleibt das Thema Nachhaltigkeit eine langfristige Aufgabe. Das DRK-Generalsekretariat wird den eingeschlagenen Weg daher konsequent fortsetzen und leistet so seinen Beitrag zum Klimaschutz – verantwortungsvoll, pragmatisch und mit Blick auf die kommenden Generationen.
Seit 2024 leitet Lucy Schweingruber die neu geschaffene Stabsstelle Nachhaltigkeit im DRK-Generalsekretariat. Sie ist maßgeblich damit betraut, ein Nachhaltigkeitsmanagement für das Generalsekretariat aufzubauen, und die Vernetzung und den Wissensaufbau zu diesem Thema im Gesamtverband zu unterstützen.
© Jörg F. Müller/DRK, Moritz Meyer/DRK