"Die größte Herausforderung liegt in der Verbindung von Technik, Organisation und Mensch."Melanie Hamann | Abteilungsleiterin IT & Prozessmanagement, DRK-Landesverband Schleswig-Holstein e. V.
Das Thema Digitalisierung begleitet unseren Verband auf vielfältige Weise. Im Hauptamt ebenso wie im Ehrenamt erleichtert die digitale Vernetzung die Zusammenarbeit, sie stellt uns aber auch vor neue Herausforderungen: Besonders der Schutz personenbezogener und sensibler Daten von Patientinnen und Patienten, Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen hat für uns höchste Priorität.
In der Abteilung IT & Prozessmanagement des DRK-Landesverbandes Schleswig-Holstein e. V. verantworten wir die Digitalisierungsstrategie sowie die Verzahnung aller Fachbereiche im Rahmen des Datenmanagements. Dabei betreuen wir eine IT-Landschaft mit rund 20 Standorten und ganz unterschiedlichen Anforderungen – von medizinischen oder pflegerischen Einrichtungen bis hin zu Standorten, in denen wir eher Verwaltungs- und Ehrenamtsstrukturen vorfinden.
In dieser vielfältigen IT-Landschaft begegnen uns im Daten- und Netzinfrastrukturmanagement auch sehr unterschiedliche Sicherheitsrisiken, zum Beispiel durch technische Defekte oder durch Datenabflüsse aufgrund unzureichend gesicherter Systeme oder Schnittstellen zu externen Dienstleistern.
Ein weiterer wesentlicher Risikofaktor ist das versehentlich fahrlässige Verhalten bei der IT-Nutzung: Phishing-Mails, unsichere Passwörter oder der Umgang mit sensiblen Daten im mobilen Arbeiten zeigen, wie eng IT-Sicherheit mit dem Arbeitsalltag verbunden ist.
Um diese Risiken strukturiert bewerten und geeignete Schutzmaßnahmen ableiten zu können, haben wir uns für den Einsatz eines Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS) entschieden. Es ermöglicht uns, Risiken systematisch zu erfassen, zu priorisieren und standortübergreifend zu bewerten.
Darüber hinaus fließen die Ergebnisse in das Risikomanagement des DRK-Landesverbandes ein und werden dort in der Gesamtbetrachtung der Organisationsrisiken bei strategischen Entscheidungen berücksichtigt.
Unsere Erfahrung zeigt: Die größte Herausforderung liegt in der Verbindung von Technik, Organisation und Mensch. Gerade bei rund 20 Standorten sowie der Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt müssen Sicherheitsmaßnahmen verständlich und praktikabel sein, um akzeptiert zu werden. Die ISMS-Software unterstützt uns dabei, ersetzt jedoch nicht den kontinuierlichen Austausch mit den Fachbereichen.
IT-Sicherheit ist für uns eine gemeinsame Aufgabe. Durch transparente Kommunikation, praxisnahe Schulungen und konkrete Alltagsbeispiele – etwa zum sicheren Umgang mit Patientendaten oder zur Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern – stärken wir das Sicherheitsbewusstsein in Haupt- und Ehrenamt.
In den kommenden Monaten liegt unser Fokus darauf, das Informationssicherheitsmanagement weiter zu vertiefen und im Arbeitsalltag zu verankern. Dazu gehört die schrittweise Ausweitung der Risikobewertungen auf weitere Fachbereiche und Standorte sowie die kontinuierliche Aktualisierung bestehender Bewertungen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Weiterentwicklung organisatorischer Maßnahmen, etwa durch klarere Richtlinien, verbindliche Prozesse und die weitere Verzahnung mit dem zentralen Risikomanagement. Parallel dazu planen wir, Schulungs- und Sensibilisierungsangebote für Haupt- und Ehrenamt weiter auszubauen und stärker an konkreten Alltagssituationen auszurichten.
Langfristig verstehen wir IT-Sicherheit als festen Bestandteil der Digitalisierungsstrategie: als kontinuierlichen Prozess, der mit den fachlichen, technischen und organisatorischen Anforderungen des Verbandes mitwächst.
Digitalisierung und IT-Sicherheit sollten zusammengedacht werden. Die strukturierte Bewertung von Risiken und die Einbindung der Ergebnisse in das Risikomanagement des Landesverbandes ermöglichen es, Risiken ganzheitlich zu betrachten und aktiv zu steuern. Unsere Erfahrung zeigt: Nachhaltige IT-Sicherheit entsteht dort, wo Technik, Prozesse und Menschen gut zusammenspielen und Haupt- und Ehrenamt gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Ein Beitrag von:
Melanie Hamann
Abteilungsleiterin IT & Prozessmanagement
DRK-Landesverband Schleswig-Holstein e. V.
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