Das ehrenamtliche Engagement in Deutschland befindet sich im Umbruch. Traditionellen, langfristigen Bindungen weichen zunehmend Anfragen zu flexibleren und sinnorientierteren Beteiligungsformen. Der DRK-Kreisverband Dresden reagiert auf diese aktuellen Entwicklungen mit Anpassungsfähigkeit.
Die Motivation für ehrenamtliches Engagement hat sich gewandelt. Während früher die klassische Verbandsmitgliedschaft mit festen regelmäßigen Verbindlichkeiten und der Gedanke, etwas für andere zu tun, im Vordergrund standen, suchen Freiwillige heute verstärkt nach sinnstiftenden Tätigkeiten mit flexiblen Einsatzmöglichkeiten und einem persönlichen Nutzen. Es werden Engagements mit klar definierten Aufgaben bevorzugt, die ihnen einen flexiblen Zeitrahmen und überschaubare Verpflichtungen ermöglichen. Viele Freiwillige möchten sich ausprobieren und persönlich weiterentwickeln oder einfach wieder „unter Menschen kommen“. Das trifft vor allem auf ältere Ehrenamtliche zu.
Hier kommt die DRK-Engagementplattform ins Spiel, die aus dem Projekt „EAsi – Ehrenamt sichtbar“ des DRK-Generalsekretariats hervorgegangen ist. Durch die Mitwirkung im Projekt konnte der Kreisverband Dresden viele Aspekte zur Motivlage bei der Engagementsuche und auch die Art und Weise mitnehmen, wie eine Engagementanzeige optimalerweise aufgebaut ist. Das hat die Sichtweise auf das heutige Ehrenamt geschärft und die notwendige Anpassung auf die veränderten Bedarfe bei der Zielgruppe verdeutlicht.
Der Kreisverband Dresden verzeichnet regelmäßig Zulauf von Menschen, die sich für ein Ehrenamt interessieren. Diese in die passende Position innerhalb des DRK zu integrieren, war ein Prozess, dem sich Haupt- und Ehrenamt stellen mussten.
Vor allem im Vorfeld galt es, alle ehren- und hauptamtlichen Bereiche auf die neuen Motivlagen und Willkommenswege für ehrenamtlich Interessierte vorzubereiten. Um Interessierte gezielt einzubinden, mussten neue Prozesse geschaffen und definiert werden:
Es gibt keinen klaren Alters- oder Herkunftsschwerpunkt bei den Interessierten. Von der Schülerin bis zum Rentner ist alles dabei. Etwa die Hälfte der Interessierten findet nach Abgleich der Interessen eine andere Ehrenamtsstelle als ursprünglich angedacht. Das bestätigt auch Andrea, die sich im DRK in Dresden freiwillig engagiert: „Eigentlich wollte ich ja was mit Altkleidern machen, aber die Mitwirkung in einem großen Team war mir wichtiger“, sagt Andrea. Sie ist nun auf dem Weg zur Sanitäterin, hatte sich aber auf die Anzeige für die Kleidersortierung gemeldet.
Die Inserate für ehrenamtliche Aktivitäten werden nicht gleichzeitig ausgespielt, sondern wechseln sich ab, damit unterschiedliche Interessentengruppen angesprochen werden können. Die Einsatzszenarien sind dabei vielfältig: Von einmaligen Unterstützungen bei Veranstaltungen bis hin zu langfristigem Engagement in spezifischen Bereichen wie der Verpflegungsgruppe, beim Sanitätsdienst oder im Kindergarten. Je spezifischer die Einsatzmöglichkeit, desto leichter ist es, Menschen dafür zu gewinnen.
Das Ehrenamt befindet sich im Wandel. Wir im DRK-Kreisverband Dresden e. V. reagieren darauf mit strukturierten Prozessen und flexiblen Angeboten, um den Bedürfnissen der heutigen Freiwilligen gerecht zu werden und weiterhin einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.
Wichtig ist die interne Vorbereitung des Kreisverbandes auf das neue Ehrenamt, dann können uns viele Menschen in der so wichtigen Arbeit bereichern und entlasten.
Ein Beitrag von:
Frank Dorst
Ehrenamtskoordinator
DRK-Kreisverband Dresden e. V.
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